Burn after Reading

Burn after Reading

Wir sprechen hier über einen Film, in dem es kaum Musik und keine Specialeffects. Wo es egal ist, ob man ihn auf einem Monsterplasma oder noch der alten Studi-Röhre sieht. Ein Deutsch- und Englisch-LK Film für die Nerdgruppe unter den AbiturientInnen. Ein Coen-Brothers-Film eben.

Es geht um wenig, aber das mit Konsequenz. Ein Angestellter des FBI wird entlassen. Eine Angestellte in einem Fitnessstudio will sich schönheitsoperieren lassen. Eine CD mit scheinbar brisantem Material taucht auf. Die drei Ereignisse reichen, um eine Dynamik in Gang zu setzen, an dessen Ende vier Tote, zwei gescheiterte Ehen und ein in Erfüllung gegangener Wunsch stehen.

Wie gewohnt bei "den Coens" (wie ich sie zärtlich nennen darf) ist der Blick auf die Menschheit desillusionierend, aber nicht nicht ohne eine gewisse Zuneigung. Die Frauen kommen allerdings wesentlich besser weg. Sie sind zwar auch Idiotinnen, aber wenigstens wissen sie was sie wollen und haben so zumindest einen beschränkten Durchblick. Die männliche Spezies sind dagegen durchweg absolut merkbefreit im wahrsten Sinne des Wortes. Niemand hat eine Ahnung, wohl aber spucken alle große Töne und hantieren mit eindruckvollen Wummen und Worten und Gewerkschafen herum.

Am Ende ist man unterhalten, aber etwas ratlos. So wie im echten Leben eben auch. Vielleicht ist das die Botschaft. Vielleicht gibt es auch keine Botschaft, aber das ist wenigsten sicher. Just burn it after reading.

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