Zwei Polizisten, zwei Liebesgeschichten - ein Ort: das Hongkong zur Zeit des Machtwechsels zwischen England und China. Ein Ort voller Energie und Möglichkeiten, symbolisiert in dem Imbißstand, den beide Polizisten frequentieren.
Drei Episoden hat der Regisseur Wong Kar-wai gedreht. Zwei sind zusammengeschnitten zu dem vorliegenden Film, aus der dritten hat er einen eigenen Film gemacht: Fallen Angels.
Chungking Express ist unbedingt sehenswert, am besten mit chinesischem Ton und deutschen Untertiteln. Man taucht ein in eine fremde Kultur, mit fremder Sprache, fremden Sehgewohnheiten und fremden Rollenverteilungen.
In beiden Episoden sind z.B. die Frauenrollen nicht festgelegt auf hübsche Wesen, die auf den "Mister Right" warten. Im Gegensatz zu europäisch-amerikanischen Frauenrollen in der Nachfolge des 19. Jhd.
Hier darf die eine Frau eine toughe Drogendealerin spielen, die andere ist eine selbstbewußte Figur auf der Suche nach sich selbst.
Die Schnitte und Kameraführung hat Quentin Tarantino, der den Film präsentiert, später u.a. für Kill Bill übernommen.
Die Kamera läßt - gerade in der ersten Episode - Hongkong und die Menschen, die in ihm zu (über-)leben suchen, als einen lebendigen Organismus erscheinen.
Die zweite Episode ist ruhiger und näher an europäischen Sehgewohnheiten. Nicht umsonst nennt Tarantino in seiner Einführung den französischen film noir von Jean Luc Godard und Co. als Vorbild für Wong Kar-wai.
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