Die Fakten kann man ja überall nachlesen: Denzel Washington spielt mit und John Travolta. Entstanden ist eine hochglanzbebilderte Hommage an New York und seine Einwohner. Der Film erntete trotzdem oder wahrscheinlich gerade deswegen herbe Kritiken http://www.moviepilot.de/news/die-entfuehrung-der-u-bahn-pelham-123-mit-john-travolta-denzel-washington-bleibt-unterirdisch-104010
Der Regisseur Tony Scott war allerdings bisher auch nicht für den Autorenfilm bekannt: Top Gun, die Verfilmung von A-Team, Staatsfeind Nr. 1 sind nicht Ausweis einer Ambition, einmal ganz vorne in Cannes mitzuspielen. Tony ist übrigens der Bruder von Ridley.
Mir scheint es allerdings manchmal so, dass Kritiker vergessen, vor einer Kritik nach den Maßstäben zu fragen. Und Kulturkritik wiederum scheint so zu funktionieren, dass ein Scheitern des Film am persönlichen Geschmack des Kritikers auch schon eine Scheitern des Film an sich ist. Wenn ich einen Opernabomenschen zu einem Justin Timberlake Konzert schicke, ist das einfach wenig zielführend. Die Essenz der Kritiken, dass das Original viel spannender war, dass der Film als Zweipersonenstück nicht funktioniert und die Hochglanzbilder darüber hinwegtäuschen sollen, kann ich gut nachvollziehen. Mit dem Unterschied, dass mich die Hochzglanzbilder und der Hochglanzton per Blue-Ray ganz gut unterhalten haben.
Hugh Grant spielt ja eigentlich immer die gleiche Rolle und Jessica Parker bleibt auch als Schusterin bei ihrem Leisten. Er ist der nette Onkel, der immer etwas neben der Spur ist, weil er noch nicht realisiert hat, dass das College (auf Deutsch: die Oberstufe) vorbei ist. Sie ist die vom Fremdenverkehrsbüro engagierte Modell-New Yorkerin, ein Fleisch gewordenes Hochglanzprospekt.

Neulich beim Treffen der Skiptschreiber in Amerika: Ich hab' ne coole Idee: Matthew Perry als Zahnarzt. (leises Gelächter) Super, stell' Dir jetzt mal vor, der begegnet Bruce Willis. Und der ist Auftragskiller (großes Hallo im Raum). Und jetzt, jetzt ist die Frau von Matthew Perry auch noch Französin, so eine echte gemeine Zicke. Ja, die Franzosen sind alle **** (längeres Seitengespräch über französische Frauen und Männer und über Paris) Und Matthew Perry, der weiß jetzt voll, das der Bruce der Killer ist, und die Frau schickt den jetzt zu seinen Feinde, damit die den erledigen. Ja, ja und die Frau will das Geld kassieren. - OK, Jungs, gebongt, super Story. Das soll für nen ganzen Film reichen? Ja, ja klappt schon, ich muss jetzt zum Super Bowl.
Wir sprechen hier über einen Film, in dem es kaum Musik und keine Specialeffects. Wo es egal ist, ob man ihn auf einem Monsterplasma oder noch der alten Studi-Röhre sieht. Ein Deutsch- und Englisch-LK Film für die Nerdgruppe unter den AbiturientInnen.
Neueste Kommentare
vor 2 Wochen 1 Tag
vor 3 Wochen 8 Stunden
vor 3 Wochen 19 Stunden
vor 7 Wochen 4 Tage
vor 7 Wochen 4 Tage
vor 7 Wochen 5 Tage
vor 7 Wochen 5 Tage
vor 8 Wochen 17 Stunden
vor 8 Wochen 2 Tage
vor 8 Wochen 2 Tage