Das ist die Krux mit den Lieblingsfilmen aus der Jugend: Man hat sie so heiß geliebt, dass man sich der offensichtlichen Nostalgie-Marketingstrategie einfach nicht entziehen kann. Schon eine Vorschau schafft es, wohlige Schauer der Erinnerung hervorzurufen. Selbst wenn man in der Vergangenheit bittere Erfahrungen mit den filmischen Resultaten von Jugendtraum-Revivals gemacht hat (nicht wahr, George Lucas?), gibt man die Hoffnung nicht auf und würde sich tapfer Star Wars Episode 0 "Obi Wans Oma", Indiana Jones und der Fluch der Schnabeltasse oder ein Remake von Convoy mit Hybridlastwagen anschauen. Tron war in meiner Jugend für mich und meine Freunde so ein Film - die Begeisterung führte gar zu einigen mittelschweren Verletzungen bei dem Versuch, den legendären "disc fights" mit Frisbee-Scheiben nachzueifern.
Was gibt es zum Remake oder vielmehr zur Fortsetzung zu sagen?
Nachdem man bei Sherlock Holmes der jüngsten Zeit ja bereits nicht mehr ein noch aus wusste und dachte, man sei irgendwo zwischen Matrix und Fight Club eingeklemmt, wirkt ein Blick auf Miss Marple doch erfrischend altmodisch. Richter tragen Roben und Perücken, Polizisten fahren Fahrrad und trinken im Mondschein Bier aus Krügen, alte Damen stricken.
Bei einer Neuverfilmung liefe man wohl Gefahr, mit einer Miss Marple als Kung-Fu Panda konfrontiert zu werden, doch nicht hier: Margaret Rutherford spielt die Stärke der resoluten, von allen aber beim ersten Zusammentreffen unterschätzten alten Dame stilsicher aus. Sidekick Mr Stringer läuft beständig Gefahr, in die Hände lustiger Witwen zu fallen (Mr "Jim" Stringer ist übrigens im wirklichen Leben Stringer Davis, der bis zu ihrem Tod 1972 mit Margaret Rutherford verheiratet war).
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