Cornelia "Funky" Funke - zeichnet sie mit einer wirklichen Buchvorlage verantwortlich? Oder ist das nur ein abgeleitetes Drehbuch? Steht das ganze in einem stringenten Zusammenhang oder ist hier Hühner 2.0 gemeint? Weil die Schauspielerinnen eben jetzt ein wenig älter geworden sind und 5 Jahre Hühnerclub-Jubiläum auf dem Plan steht (haben die echt mit 8 ihre Bande gegründet)? Mit einem "Sis' Code", der vorsieht, dass man sich nur in deutsche blonde blauäugige Jungen verlieben darf (das wird explizit genannt!)? The return of the Aryan chickens? Oh weia!
Jedenfalls ist alles drin in diesem Film (mit Ausnahme der Panzerfäuste und des Plastiksprengstoffs, die auch schon in Der Jane Austen Book Club abwesend sind). Die Hormone kochen hoch, bei Jugendlichen wie Erwachsenen. Es ist Sommer und Shakespeares A Midsummer Night's Dream gibt den schwülen, leicht regennassen oder zumindest taufeuchten Rahmen vor in Form der Schulaufführung, die Fräulein Rose (Jessica Schwarz) anzettelt, um ihren in Sanktjohannland-im-Nirgendwo weilenden Pädagogen-Verehrer zu beeindrucken. Oder rumzukriegen. Jedenfalls schickt er in die Regiearbeit hinein immer wieder Liebes-SMS, während auf der Bühne gezaubert und geflirtet und geeifersuchtet wird, dass es nur so eine Art hat. Wer jetzt noch echt ist, wer Esel und wer Fabelwesen, das ist in der Rahmenhandlung so wenig sicher wie im Bühnenspiel. Und wir erinnern uns dunkel: auch im Club der toten Dichter musste Shakespeare dafür herhalten, dass da so eine Art geistig verbrämter Pädagogensex irgendwo in der Halbwelt zwischen platonischer Erkenntnissuche und platonischem Symposion (samt handfestem hankypanky) sich selbst gar fürchterlich inszeniert. Und da dämmert einem, dass nur noch eines peinlicher sein kann als der Schulmädchenreport. Genau: "im Bett mit Madonna Oberstudienrat Lempel, dem Stecher von der Oberschule"! Aber das nur am Rande. Obwohl ich glaube, dass da eine Qualifikationsarbeit draus werden könnte: Inszenierungen von Lehrerliebe im deutschen Film: Zwischen Peinlichkeit und Schadenfreude... mit drin: "Der blaue Engel", "Rennschwein Rudi Rüssel" und "Die wilden Hühner und die Liebe".
Und dann kommen sie alle hervor: spanische Liebhaber. Liebestolle Affen. Kleine Jungs, die super küssen. 16jährige Mädchen mit Roller, die zu beeindrucken wissen. Eine Art James Dean oder wenigstens Hotte Buchholz in Böse, den die zur Klassenmatratze mutierte (hm ja wie heißt sie gleich, die Lange mit den Korkenzieherlocken?) auf die Teenie-Party einlädt, samt seiner Schlägerbande. Und es kommt zu Toten und Verletzten. Naja, Toten nicht. Aber zu großer Erkenntnis. Denn die Lange mit den Korkenzieherlocken sieht ein, dass der Machismo seine engen Grenzen hat und dass ihre Homophobie, die sie der Freundin gegenüber feindselig zur Schau stellt, die sich in eine Mitschülerin verknallt, auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
Am Ende siegt also das Menschliche!
Und wer spielt mit? * Michelle von Treuberg: Sprotte * Lucie Hollmann: Frieda * Paula Riemann: Melanie * Jette Hering: Wilma * Zsá Zsá Inci Bürkle: Trude * Jeremy Mockridge: Fred * Martin Kurz: Torte
* Philip Wiegratz: Steve * Vincent Redetzki: Willi * Veronica Ferres: Sybille
* Svea Bein: Wilmas Freundin Leonie * Jessica Schwarz: Frau Rose * Thomas Kretschmann: Sprottes Vater Christian * Oliver Stokowski: Thorben Mossmann * Benno Fürmann: Lehrer Grünbaum (Gast) * Doris Schade: Oma Slättberg * Ben Unterkofler als Max
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