Es gibt Filme, die kommen gar lustiger daher, als sie es im Endeffekt wirklich sind. Dabei bringen sie das Potenzial teils durchaus mit. Zombieland ist so einer von denen. Vielleicht will dieser Film auch in nordamerikanischer Form das sein, was Shaun of the Dead für das postapokalyptische Tony-Blair-Großbritannien sein konnte. Allein reicht manchmal der größte Anlauf allein eben nicht aus, um wirklich weit zu springen. Auch bei noch so viel Tempo geht einem dann möglicherweise nämlich die Puste aus, bevor es dem Zuschauer das Popcorn tut
.
Ein Kalauer? Ja, aber aufgepasst, wo bereits im Film das "K" lauert, auch wenn inhaltlich noch kaum etwas beschrieben ist. Auf dem Cover sieht man es schon: dort sind zwei, ja, mit etwas gutem Willen könnte man sagen "Heinis" abgebildet, zusammen mit zwei entsprechenden "Heinetten". Alle vier tragen offenbar einschlägige Körper-Dekonstruktions-Geräte mit sich herum (Pumpgun, Kettensäge [natürlich] und Schlagwerkzeuge aus dem Baumarkt) und blicken bemüht verwegen den Betrachter an.
So, und wie heißt der Regisseur? Genau: Ruben Fleischer. Er hätte auch Jean Tatar oder Holister Bratsch heißen können. Das wäre im Endeffekt aufs selbe hinausgelaufen. Nomen est omen.
So, wer spielt nun den ältesten und erfahrensten Zombie-Beseitiger? Woody Harrelson. Genau: Woody "Cheers" Harrelson, der aber auch Woody "Natural Born Killer" Harrelson ist. Und dieser Woody nun hat nur unter der Bedingung mitgespielt, dass sich Regisseur Fleischer eine Woche lang vegan ernährt. Reicht das noch nicht an Aberwitz?
Nun beginnt der Film, wie man im Trailer unten ahnt, in gewisser Weise schon konsistent damit, in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Welt Regeln fürs Überleben an die Hand zu geben. Diese heißen schon lustig (immer auf den Rücksitz sehen) und wirken die ersten Male auch recht erfrischend. Aber wie das Trailermaterial es schon andeutet, wird hier mit dem humoristischen Holzhammer gearbeitet. Einen eigentlich prima Cast lässt man daher auch immer nur innerhalb der eng gesteckten Grenzen agieren. Klar, wer die Zicke ist. Und wer sich in sie verlieben wird. Supernerd Jesse Eisenberg. Na, das wird natürlich dadurch erleichtert, dass seine ursprüngliche Traumfrau, hm, mutiert. Und Little Miss Sunshine? Auch an Bord. Und das Ganze ist dann auch ausgesprochen unenglisch im Ablauf, auch wenn der Trailer bei ca. 1:04 anderes vermuten lässt. Doch das bleibt das Monty-Pythonschste, was der Film hergibt. Alles Weitere wirkt so ein bisschen wie im Herrn der Ringe: "FC Elben gegen VfL Orks - 20000:0". Mal mit der Wumme, mal mit dem Banjo.
Man beachte aber, und das rechne ich dem Film hoch an, dass sich in einem wiederum sehr vorhersehbaren Strang niemand Geringeres als Bill Murray von unseren Helden versehentlich abmurksen lässt. Aber alles (dies inklusive) ist wiederum so vordergründiges auf lustig getrimmtes Zombie-Verhaue, dass eines neben den unzähligen Zombies gleich mit auf der Strecke bleibt. Der Humor. Und das ist natürlich für eine sogenannte "skurrile Horror-Komödie" schon ein gewichtiger Verlust. Alle Anleihen bei From Dusk till Dawn und Co. bleiben völlig vergebens. Also nichts für den Freund hintergründigen Humors mit Zombiegeschmack. Auch wenn ein lustiger Geselle, der Clown, durch den Film stolpert. Der Blut-und-Eingeweide-Fraktion wiederum wird es wohl nicht splatterig genug zugehen, aber das kennt man von den Brüdern ja. Am Ende muss für den Film wohl als Fazit gelten: wenig gewagt, noch weniger gewonnen. Immerhin: eine Woche vegan gelebt, Herr Metzler, äh, Herr Fleischer.
Hier also die ersten Regeln...
Und hier der gesamte Trailer auf Englisch...
Kommentare
Zum Beispiel "Rule #15"
Zum Beispiel "Rule #15"
Oder "Rule #33" - Ihr
Oder "Rule #33" - Ihr versteht, worauf ich hinaus will....
Zombieland
Ist hier für den Gegenspieler
Ist hier für den Gegenspieler der DVD vielleicht der Begriff "Blut-ray" angebracht?
Jetzt auch zum Spielen :)
http://www.zombiewars.de/
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